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Was sind Mikrofortbildungen und wie organisiert man sie online?

Mikrofortbildungen sind ein niederschwelliges Peer-to-Peer Fortbildungsformat, das in einem Kollegium/ einem Team umgesetzt wird. Die Grundidee ist, dass Erfahrungen und Kompetenzen der beteiligten Akteure aufgegriffen und für alle im Team nutzbar gemacht werden. Eine Mikrofortbildung ist dabei kurz (z.B. in der Mittagspause), sehr niederschwellig und praxisorientiert.

Beispiel: Ein Kollege hat sich in das kollaborative Schreiben mit Etherpads eingearbeitet und dies in seinem Unterricht ausprobiert. Via Aushang im Lehrerzimmer bietet er an, seine Erfahrungen mit Interessierten zu teilen. Es kommt zu einer Mikrofortbildung mit einer Handvoll Kolleg/innen, bei der der anbietende Kollege kurz von seinen Erfahrungen berichtet, alle gemeinsam ein Etherpad ausprobieren und anschließend Fragen geklärt werden und Austausch stattfindet.

In der Ausarbeitung des Forum Bildung Digitalisierung werden Mikrofortbildungen wie folgt charakterisiert:

Mikrofortbildung ist

  • wenn keine Namensrunde nötig ist
  • wenn ich alles fragen darf
  • wenn kein Mikrofon nötig ist
  • wenn ich auch spontan hingehen kann
  • wenn ich mich als (digitale*r) Expert*in ausprobieren kann
  • wenn ich eine Idee für morgen bekomme
  • wenn weniger mehr ist
  • wenn ich nicht heimlich E-Mails lesen/korrigieren kann

Mikrofortbildungen können in einem analogen Kontext relativ einfach über einen Aushang organisiert werden. Sonja Hennig hat hierzu z.B. eine Kurskiosk-Vorlage entwickelt. Auch die eigentliche Mikrofortbildung findet dann Face-to-Face statt, was Nachfragen und gemeinsames Ausprobieren befördert.

In einem Online-Kontext werden beide Aspekte in den virtuellen Raum übertragen:

  • Für Themenangebote und Wünsche bietet sich ein offenes Brainstorming- und Priorisierungstool wie Flinga.fi an. Alternativ kann auch einfach in einem Etherpad gesammelt werden. Eingetragen wird hier ein Themenangebot bzw. -wunsch. Wer mitmachen will, trägt sich dazu ein.
  • Die Mikrofortbildung selbst findet dann in einem Videokonferenz-Raum statt. Empfehlenswert ist hier das Tool Jitsi Meet, da die Teilnahme einfach via Link möglich ist und Videoräume sehr niederschwellig eingerichtet werden können.

Eine weitere Möglichkeit ist es, regelmäßige niederschwellige Online-Treffen anzusetzen ist eine gemeinsame virtuelle Mittagspause. Hier geht es dann allerdings nicht um ein festes Thema und dabei nicht mehr um eine Mikrofortbildung im engeren Sinn, aber doch um eine informelle Austausch- und damit potentiell auch Lernmöglichkeit. Mehr zu dieser Idee ist hier als Webcam-Lunch beschrieben.


CC0

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